
Die Ballettschule Oerlikon gibt es erst seit letztem August, und
Claudia Bisagno ist mit ihren Schülern und Schülerinnen bereits bei den
Proben der ersten Aufführung. Die vier- bis zwölfjährigen Kinder werden
am 29. Juni zeigen, was sie bis jetzt gelernt haben. Der Titel der
Vorstellung, «La vie en rose», zeigt schon das Hauptthema: die Farbe
Rosarot. Bisagno erklärt: «Die jüngeren Schülerinnen lieben Rosa. Ich
arbeite sowieso viel mit Farben, aber Rosa darf nie fehlen. Mit dieser
Vorstellung will ich auf diese Vorliebe der Kinder eingehen.» Und
tatsächlich, den kleinen Tänzerinnen ist der Stolz über ihr rosarotes
Kleidchen aus den Gesichtern abzulesen.
Auch die Erwachsenen sollen so in die Welt der Kinder eintauchen. Bisagno hat zudem Tänzer aus anderen Schulen eingeladen, unter anderem Medaillenträger von Schweizermeisterschaften. «Der Tanz lebt erst auf der Bühne», sagt Bisagno. «Die Kinder sollen möglichst früh die Anerkennung eines Applauses erleben.» Aber auch die Anspannung eines Auftritts sei aufbauend: Oft machen gerade die Kleinen vor einer Aufführung einen ungeheuren Fortschritt. Und wenn die Schülerinnen sich gegenseitig tanzen sähen, würden sie zusätzlich angespornt. Das gemeinsame Tanzen fördere ausserdem Rücksichtnahme, Sorgfalt und Konzentration.
Bisagno hat den Kindern Kostüme angefertigt, sodass diese Vorführung
nicht nur ein spezielles Erlebnis für das Publikum wird. Sie kennt
überhaupt den Theaterbetrieb von allen Seiten: Neben ihrer zehnjährigen
Bühnentätigkeit als Balletttänzerin hat sie auch Kostüme entworfen und
genäht, Abläufe organisiert und ganze Stücke choreographiert. Sie hat
viel für das Opernhaus Zürich gearbeitet und auch schon im Vorfeld
einige Erfahrung im Ballettunterricht mit Kindern gesammelt.